The Lost Space of Stiller

© Uwe Schmidt-Hess, London

 

Projekte

Laufende Projekte

MFA_online

Ziel des Projektes

  • Verbesserung des Zugangs zu den Beständen des Max Frisch-Archivs durch die vollständige Erschliessung in einer Archivdatenbank, die online zugänglich ist
  • Schonung und Sicherung der Originalbestände durch integrale Bestandes­digitalisierung

Beschreibung des Projektes

Das Max Frisch-Archiv stellt der Forschung wesentliches Quellenmaterial zur Verfügung. Es bietet Zugang zu umfangreichen Briefwechseln, aufschlussreichen Notizheften und Typo­skripten, Materialien zur Architektentätigkeit von Max Frisch sowie einer umfassenden Zeitungsdokumentation. Im Rahmen des Projekts MFA_online wird sämtliches Archiv- und Sammlungsgut nach dem neuesten archivarischen Standard erschlossen. Die neu erstellten Metadaten werden innerhalb von 24 Stunden in der Archivdatenbank frei online zugänglich gemacht.

Um die kulturhistorisch wertvollen Originale zu schonen und zu sichern, wird der Gesamt­bestand im bibliothekseigenen DigiCenter digitalisiert. Aufgrund rechtlicher Einschränkungen können die Digitalisate nicht im Web aufgeschaltet werden. Sie werden aber vor Ort im Lesesaal des Archivs zugänglich gemacht.

Synergien und Kontext

Das Projekt MFA_online istnach einem internen Audit des ETH-Rates im Jahr 2011/12 initiiert worden. Damals hatten die Gutachter explizit die noch unvollständige Erschliessung und Digitalisierung der Bestände sowie Fragen der Aufbewahrung und Sicherung als grundlegende Desiderate genannt.

Synergien ergeben sich in jeder Hinsicht aus dem Austausch mit dem Hochschularchiv der ETH Zürich und dem Thomas-Mann-Archiv.

Zeitrahmen, Ablauf

Januar 2017 Eröffnung "virtueller Lesesaal" in den Räumen des Max Frisch-Archivs
Dezember 2017 geplantes Projektende

 

Abgeschlossene Projekte

Applikation für Smartphones

Das Max Frisch-Archiv hat – in Zusammenarbeit mit der Firma Topguide, Wissensvermittlung auf Smartphone, Bern – die App "Auf den Spuren von Max Frisch" erarbeitet.
Die Applikation steht seit November 2012 zur Verfügung.

Restaurierung und Digitalisierung der ersten Versionen von "Homo faber" und "Andorra"

Die Restaurierung und Digitalisierung der ersten Versionen von "Homo faber" und "Andorra" ist abgeschlossen. Die digitalisierten Versionen können auf CD im Archiv eingesehen werden.

Ausstellung "The Lost Space of Stiller. Eine räumliche Annäherung"

Das Max Frisch-Archiv hat im Februar/März 2009 die Ausstellung "The Lost Space of Stiller. Eine räumliche Annäherung" gezeigt, die "die Suche nach dem Unsagbaren" thematisierte. Ausgehend von den Schriften Max Frischs, insbesondere dessen Roman "Stiller", hat der in London lebende Architekt Markus Seifermann diese Installation geschaffen. Seine Arbeit ist auch als ein interdisziplinärer Brückenschlag zwischen Literatur und Architektur zu verstehen.

Zu sehen war eine mobile Wohneinheit, in der ein "identity stalker" haust. Dieser sammelt Indizien für Stillers vermeintliche Identität, die er zu einem Ganzen zusammenfügen will. Ein Unterfangen, mit dem er scheitern muss und bei dem der Name Stiller zur universellen Metapher für eine verleugnete Identität wird. Denn "Wahrheit", so der 70-jährige Max Frisch, "kann man nicht beschreiben, nur erfinden."

Überspielung der AV-Medien des MFA

Die audiovisuellen Medien, VHS- und Tonkassetten, auf denen Max Frisch im Original-Ton zu sehen und zu hören ist, machen einen grossen Teilbestand des Max Frisch-Archivs aus. Zahlreiche Interviews und Fernsehauftritte wurden medial festgehalten. Auch Dokumentationen über den Schriftsteller, Hörspiele und Theateraufführungen seiner Stücke finden sich in diesem Bestand.

Das aufschlussreiche Material war aus verschiedenen Gründen gefährdet: zum einen stammt das Trägermaterial teilweise aus den frühen 1960er Jahren; die Tonbänder und Filmspulen haben stark gelitten. Aber nicht nur das Medium an sich, auch deren Wiedergabegeräte sind mittlerweile vom Verfall bedroht. Video- und Kassettenrecorder werden mittelfristig nicht mehr vorhanden sein, so dass die Nutzung des wichtigen Bild- und Tonmaterials bald nicht mehr gewährleistet werden kann.
Die Situation erforderte rasches Handeln: Die markanten Defizite sollten mit der baldigen Überspielung des Trägermaterials und der Erstellung einer Sicherheitskopie beseitigt werden.

Von Dezember 2010 bis März 2011 konnte die Digitalisierung der AV-Medien abgeschlossen werden. Die DVDs und CDs werden nun sukzessive in die Archivdatenbank Online aufgenommen werden, damit sie für die Recherche zur Verfügung stehen.