AUDIOWALK: «Sprung ins Frische – Das Freibad Letzigraben erzählt sich selbst»
Dieser Audiowalk ist ein Sprung über die Schwelle des Alltags, hinein ins Neue und Frische.
Max Frisch entwarf dieses Bad mit Anfang 30. Es war sein wichtigstes architektonisches Werk, bevor er zum weltberühmten Schriftsteller wurde.
Acht Stationen, eine halbe Stunde und ein Bad, das sich selbst erzählt.
Setzen Sie Ihre Kopfhörer auf, klicken Sie auf die Play-Taste, und los geht's.
Station 1 – Am Teich
Der Anfang, ein Feigenbaum, ein paar Karpfen, eine Figur am Teich und die Geschichte eines fast unbekannten Architekten, der eigentlich Dichter werden wollte.
Station 2 – Die Bühne
Wer Jacke, Hemd und Kleid ablegt, legt auch die Rolle ab, die er den Rest des Tages spielt. Frisch nannte es: aus der Serie heraustreten. Wer ist man, ohne seine Hülle? Und wer wird man, wenn man hier die Bühne betritt?
Station 3 – Das Blau
Für Frisch war Blau die Farbe der Sehnsucht, der Weite, des Unerreichbaren. Seine intimsten Gedanken trug er in blauen Heften bei sich.
Station 4 – Das kleine Meer
Schon zehn Jahre vor dem Bau schrieb Frisch über ein Rechteck leuchtenden Wassers im Wald. Hier hat er sich sein eigenes kleines Meer gebaut. Einen Ort, um darüber nachzudenken, wann man mit den Wellen geht und wann gegen sie.
Station 5 – Der Turm
Zehn Meter Eisenbeton. Ursprünglich gar nicht geplant und heute das Wahrzeichen des Bads. Wer oben steht, tritt an eine Grenze. Eine Grenze zwischen dem Vertrauten und dem, was danach kommt.
Station 6 – Der Sprudel
Sprudelndes Wasser, in dem man sich nicht spiegeln kann. Ein guter Ort, um sich an Frischs bedeutendsten Gedanken zu erinnern: Du sollst dir kein Bildnis machen. Weder vom anderen noch von dir selbst.
Station 7 – Der Pavillon
Der höchste Punkt des Grundstücks. Darunter liegen zweitausend Jahre: ein römisches Landhaus, ein Galgen, ein Pulverhaus. Darüber ein fröhliches Volksbad.
Station 8 – Die Ausstellung
Das Ende des Walks ist der Anfang von etwas Neuem. Im Gebäude vor Ihnen, der Ausstellung des Max Frisch-Archivs, wird weitererzählt, was hier begonnen hat. Der Eintritt ist kostenlos.
Impressum
Konzept, Text, Produktion: Diana Fry
Sprecher: Tobias Amslinger
Sprechgesang: Antonia Katinka
Musik: Mauricio Miranda
Textauszüge aus den Werken von Max Frisch mit freundlicher Genehmigung des Suhrkamp Verlags.
Ein Projekt in Zusammenarbeit mit dem Sportamt der Stadt Zürich und dem Max Frisch-Archiv an der ETH-Bibliothek.
© Diana Fry, Horgen, im Frühling 2026